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Curt Jaimungal

The (Terrifying) Theory That You Are Multiple Minds

17.08.2026

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Die (beängstigende) Theorie, dass du mehrere Geister in dir hast

Haben Oktopusse mehrere Geister? Ein Gespräch über Bewusstsein, Selbstheit, Simulation und warum Rauschen im Gehirn vielleicht entscheidend ist.

Der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Peter Godfrey-Smith, Professor an der University of Sydney, hat sich mit Kopffüßern, insbesondere Oktopussen, befasst. Im Gespräch mit Curt Jaimungal für das Format „Theories of Everything“ erläuterte er seine Vorstellungen zu Geist, Bewusstsein und Selbstheit. Er entwickelt zudem eine spekulative Theorie, nach der rhythmische elektrische Aktivität des Gehirns für das Bewusstsein wesentlich ist. Godfrey-Smith hat diese Themen in seinem Buch Other Minds: The Octopus and the Deep Origins of Consciousness behandelt.

Der Oktopus als Begegnung mit dem Fremden

Godfrey-Smith beschreibt die Begegnung mit einem Oktopus als „wahrscheinlich die engste Begegnung mit einem Außerirdischen“, die Menschen erleben können. Oktopusse, Sepien und Kalmare bilden eine Gruppe eng verwandter Tiere. Sie besitzen große Nervensysteme und zeigen komplexes Verhalten. Nach Godfrey-Smith gibt es gute Gründe anzunehmen, dass Oktopusse bewusst erleben. Über Kalmare weiß man weniger, doch die Ähnlichkeiten zu Oktopussen sprechen nach seiner Einschätzung ebenfalls dafür.

Die evolutionäre Distanz ist groß. Alle Lebewesen sind über einen gemeinsamen Stammbaum verbunden. Der letzte gemeinsame Vorfahr von Mensch und Oktopus lebte nach Godfrey-Smiths Angaben vor etwa 600 Millionen Jahren. Neuere Schätzungen liegen bei rund 570 Millionen Jahren. Bei den meisten Tieren, die als intelligent und wahrscheinlich bewusst gelten, liegt der gemeinsame Vorfahr dagegen deutlich näher. Der Vorfahr dürfte ein Wurm von etwa einem Zentimeter Länge oder weniger gewesen sein. Er besaß ein Nervensystem und lebte im Meer.

Geist, Bewusstsein und Intelligenz

Begriffliche Abgrenzung

Godfrey-Smith fasst den Geist als breite Kategorie auf. Sie umfasst zwei Gruppen von Eigenschaften:

  • Intelligenzbezogene Eigenschaften: Informationsverarbeitung, Wahrnehmung, Gedächtnis und Handlungsauswahl
  • Erfahrungsbezogene Eigenschaften: subjektives Erleben

Beide Gruppen sind nach seiner Auffassung voneinander trennbar. Intelligente Systeme können ohne Empfindung sein. Tiere mit wenig Intelligenz können dagegen Hinweise auf Erfahrung zeigen.

Selbstheit und Informationsverarbeitung

Godfrey-Smith sieht Geist im Schnittpunkt von zwei Dimensionen:

  1. Selbstheit: die Eigenschaft, ein abgegrenztes, sich selbst erhaltendes Ganzes zu sein
  2. Informationsverarbeitung (Kognition): Wahrnehmung, Gedächtnis und Handlungsauswahl

Ein Bakterium besitzt nach seiner Einschätzung eine recht ausgeprägte Selbstheit, da es sich selbst erhält und Organisation gegen die Tendenz zur Auflösung aufrechterhält. Es verfügt jedoch nicht über genügend Informationsverarbeitung, um einen Geist zu besitzen. Er verneint daher die Frage, ob Bakterien einen Geist haben.

Die Gegenbeispiele zeigen das Gewicht beider Dimensionen:

  • Sportmannschaften, Vereine, Bands und Unternehmen verfügen über viel Informationsverarbeitung. Ihre Selbstheit ist jedoch gering. Sie liegt überwiegend bei den Einzelpersonen.
  • Computer besitzen keine Selbstheit. Ihnen fehlen zudem einige wichtige Merkmale der Informationsverarbeitung.
  • Pflanzen besitzen beide Dimensionen nur gering. Ein Eichenbaum gleicht eher einem Kollektiv als einem klar abgegrenzten Organismus. Er verfügt dennoch über umfangreiche Signalgebung und Informationsverarbeitung.

Selbstheit ist nach Godfrey-Smith eine Frage des Grades. Ein Organismus wie der Mensch besitzt viel Selbstheit. Der Mensch hat klare Grenzen, lässt sich zählen und erhält sich bewusst wie unbewusst. Eine Gruppe spielender Kinder bei einem Spiel wie „Hot Potato“ bildet ebenfalls ein Ganzes. Ihre Einheit ist jedoch minimal, da sich die Kinder jederzeit trennen können.

Begriffsstreit und Stipulation

Godfrey-Smith hält es für unvermeidlich, dass Begriffe wie Geist stipulativ festgelegt werden. Der Begriff ist historisch mit ethischen, religiösen und alltäglichen Vorstellungen belastet. Manche Forscher verbinden mit Geist automatisch Bewusstsein oder Verantwortung. Andere verwenden einen wissenschaftlichen Begriff mit anderen Konnotationen.

Als Beispiel nennt er Susan Schneider. Sie verwendet den Begriff Geist nicht für Systeme ohne jeden Funken Bewusstsein. Godfrey-Smith selbst sieht Bewusstsein dagegen als besondere, verfeinerte Eigenschaft mancher Geister. Mentalität kann nach seiner Auffassung unbewusst sein. Er hält eine notwendige Verbindung zwischen Mentalität und Bewusstsein für nicht gegeben.

Als Vergleich verweist er auf den Physiker Wayne Myrvold, der in einer Folge des Podcasts ausführte, dass Entropie nicht ein einziger Begriff sei, sondern mehrere Konzepte mit ähnlichem Charakter umfasse. Je nach Kontext stehe jeweils ein anderes Konzept im Vordergrund.

Graduierung statt Ja-nein-Unterscheidung

Godfrey-Smith geht davon aus, dass ein wissenschaftlicher Begriff des Geistes graduell sein wird. Die Frage, ob ein Tier einen Geist besitzt, wird dann nicht mit Ja oder Nein beantwortet. Stattdessen beschreibt man, in welchem Maß bestimmte Merkmale vorhanden sind. Für einen Regenwurm könnte eine Antwort in 50 Jahren lauten, dass er viel von einem Aspekt der Mentalität und kaum von einem anderen besitzt.

Anand Vaidya, mit dem Jaimungal das Thema zuvor besprochen hatte, vertrat die Ansicht, Bewusstsein könne graduell sein und jedes Ding besitze etwas davon. Jaimungal wandte ein, dass die Frage dann lautet, ob es Dinge mit null Bewusstsein gibt. Er verglich dies mit einem geladenen Teilchen, das bereits bei einer minimalen, aber von null verschiedenen Ladung als geladen gilt.

Godfrey-Smith hält es für sehr wahrscheinlich, dass es zahlreiche Objekte ohne jeden Geist gibt. Die meisten Dinge in seiner Umgebung besitzen nach seiner Einschätzung keinerlei Geist. Eine Unterscheidung zwischen einem winzigen, aber realen Anteil und echter Null hält er für einen Begriffsrest, den eine künftige Fachsprache wahrscheinlich nicht übernehmen wird.

Analogie zum Leben

Godfrey-Smith vergleicht den Umgang mit dem Geist mit dem Umgang mit dem Leben in der Biologie. Die Biologie habe das Konzept des Lebens teils erklärt und teils entzaubert.

Vom Vitalismus zur Auflösung des Begriffs

Ende des 19. Jahrhunderts galt Leben als besondere Eigenschaft, die einer eigenen Erklärung bedurfte. Der Vitalismus ging davon aus, dass lebende Dinge eine eigene Lebenskraft besitzen. Die Biologie hat diese Frage nicht beantwortet, sondern die Fragestellung aufgelöst. Heute fragt man nicht mehr, wo Leben beginnt oder endet. Man beschreibt stattdessen das Auftreten selbsterhaltender chemischer Muster.

Die Biologie beschreibt Leben nach Godfrey-Smith über zwei Merkmalscluster:

MerkmalsclusterInhaltBeispiele für schwache Ausprägung
Stoffwechsel und SelbsterhaltungNutzung von Energiequellen zur Aufrechterhaltung unwahrscheinlicher OrdnungAutokatalytische Netzwerke, Protozellen
Fortpflanzung und EvolutionEintritt in den evolutionären Prozess, Erzeugung ähnlicher StrukturenPrionen

Prionen sind fehlgefaltete Proteine, die bei Kontakt mit Proteinen gleicher Art dasselbe abnormale Faltungsmuster auslösen. Sie verursachen Krankheiten bei Tieren und Menschen.

Grenzfälle

Viren besitzen viele Merkmale der Replikation, aber keinen eigenen Stoffwechsel. Sie sind vollständige metabolische Parasiten und nutzen den Stoffwechsel der infizierten Zelle. Viroide und einfache Systeme aus Ursprungsszenarien des Lebens besitzen dagegen einen geringen Anteil an Stoffwechselmerkmalen, aber keine Reproduktion. Godfrey-Smith hält die Frage, ob solche Systeme „lebendig“ sind, für unergiebig. Der Begriff werde am besten verwendet, ohne Grenzfälle in ein Ja-nein-Schema zu zwingen.

Nach seiner Einschätzung verläuft die Entwicklung des Geistbegriffs ähnlich. Auch hier werde die Frage nach einer scharfen Grenze an Bedeutung verlieren.

Schlaf, Traum und Evolution

Godfrey-Smith berichtet über Hypothesen, nach denen Schlaf der evolutionäre Ausgangszustand sei und Wachheit später entstanden sei. Er nennt Rodolfo Llinás, Neurowissenschaftler an der NYU, und Yuri Busacki, dessen Arbeiten er eingehend gelesen habe. Michael Walker, ein Schlafforscher, vertritt nach Jaimungals Angaben eine ähnliche spekulative Theorie. Godfrey-Smith hält diese Vorstellung für schwer nachvollziehbar. Ein Tier müsse Handlungen wählen und auf die Umwelt reagieren. Es könne nicht einfach nur ruhen.

Er verweist auf folgende Befunde:

  • Bei Organismen ohne Nervensystem ist kein Schlaf oder Traum belegt.
  • Bei Quallen, die kein Gehirn, aber ein Nervensystem besitzen, gibt es Hinweise auf Schlaf.
  • Aktiver Schlaf, beim Menschen als REM-Schlaf bezeichnet, ist bei vielen Tieren verbreitet. Analoga finden sich bei Fliegen, Bienen und Oktopussen.
  • Bei Einzellern wie dem Pantoffeltierchen (Paramecium) gibt es Hinweise auf Reaktionen auf Narkosemittel, die denen von Tieren ähneln.

Aktiver Schlaf geht nach Godfrey-Smith mit einem traumähnlichen Zustand einher. Die Verbindung sei jedoch nicht einfach. Menschen träumen auch außerhalb des REM-Schlafs, etwa im Non-REM-Schlaf. Dennoch bestehe eine enge Verbindung zwischen REM-Schlaf und Träumen. Daraus folge, dass ein traumähnliches Analogon bei vielen Tieren vorkommen könnte.

Bei Oktopussen lassen sich Hinweise auf Schlafzustände über Farb- und Musteränderungen der Haut beobachten. Die Haut wirkt dabei wie ein Fenster zum Gehirn. Ob Oktopusse träumen, ist nach Godfrey-Smith nicht bekannt. Dies sei bei Tieren schwer zu untersuchen. Er selbst hielt früher für sehr unwahrscheinlich, dass der gemeinsame Vorfahr von Mensch und Oktopus schlief oder träumte. Heute halte er diese Annahme für weniger sicher, da Schlaf offenbar weit verbreitet ist.

Das Gehirn des Oktopus

Das Gehirn des Oktopus unterscheidet sich stark vom menschlichen Gehirn. Es hat die Form eines Rings, der die Speiseröhre umschließt. Hinter jedem Auge liegt ein Sehlappen (Optic Lobe). Ein unpaarer Bereich, der sogenannte Vertikallappen, gilt als Sitz abstrakterer kognitiver Leistungen. Ein Kortex oder ein Kleinhirn fehlen. Typische Bereiche des menschlichen Gehirns besitzen beim Oktopus keine klar definierten Entsprechungen.

Etwa zwei Drittel der Neuronen liegen im peripheren Nervensystem, also in den Armen. Zwischen den Armen bestehen starke horizontale Verbindungen. Manche Autoren beschreiben dies als zweites System. Andere sprechen von einem Modell aus einem zentralen Gehirn und acht peripheren Systemen. Godfrey-Smith hält es für unklar, welche Beschreibung zutrifft. Entscheidend sei, dass mehr als die Hälfte der Verarbeitungsleistung nicht im zentralen Gehirn liegt.

Die Speiseröhre verläuft durch das Gehirn. Scharfe Nahrungsstücke können deshalb im Gehirn Schäden verursachen.

Autonomie der Arme

Die Arme zeigen ein Verhalten, das autonom wirkt. Ein entspannter Oktopus erkundet mit seinen Armen die Umgebung, ohne dass das Tier insgesamt gezielt handelt. Godfrey-Smith nimmt an, dass es ein zentrales Selbst des Oktopus gibt, das die Arme koordiniert und ihnen gelegentlich Autonomie gewährt. Die Arme besäßen jedoch nicht genügend Selbstheit, um einen eigenen Geist zu haben. Er hält es für zu weitgehend anzunehmen, dass die Arme eigene Erfahrungen machen. Ausschließen könne er dies jedoch nicht.

Abgeschnittene Arme können nach Berichten aus Experimenten noch eine gewisse Erkundungsfähigkeit zeigen. Sie besitzen dann einen Rest eigener Fähigkeit zu tasten und zu sondieren.

Jaimungal führte einen Vergleich mit menschlichen Gliedmaßen an. Beim Radfahren führen Arme und Beine Bewegungen aus, die nicht bewusst gesteuert werden. Godfrey-Smith hält solche Handlungen für gehirngesteuert, auch wenn sie unbewusst ablaufen. Er betont, dass die Trennung zwischen bewusst und unbewusst für ihn ein Punkt ist, den er kritisch betrachtet.

Erfahrungsprofil statt Einzelbewusstsein

Godfrey-Smith bezieht sich auf David Armstrong, einen australischen Philosophen, der in den späten 1960er- oder frühen 1970er-Jahren ein Gedankenexperiment beschrieb. Ein Autofahrer legt eine lange Strecke zurück, ohne die Fahrt bewusst wahrzunehmen. Er hört Radio oder denkt an den nächsten Tag. Am Ziel stellt er fest, dass er rund 100 Meilen gefahren ist.

Viele Philosophen und Psychologen vertreten die Auffassung, dass das bewusste Denken jeweils nur eine oder wenige Dinge umfasst. Stanislas Dehaene, Neurowissenschaftler und Psychologe, vertritt diese Position. Er hat sie nach Godfrey-Smiths Angaben in einem Kommentar zu einer Arbeit von Anthropic über eine globale Arbeitsraum-Struktur (global workspace) im KI-System Claude wiederholt. Der Begriff geht auf Bernard Baars zurück. Dehaene hat ihn in der Forschung weiterentwickelt, unter anderem gemeinsam mit Nakachi und anderen.

Godfrey-Smith hält diese Sicht für nicht zwingend. Er schlägt ein Erfahrungsprofil (experiential profile) vor. Dieses Profil besteht aus Facetten, nicht aus getrennten Bausteinen. Es umfasst:

  • die sensorisch-aufmerksame Facette, etwa den Bildschirm vor sich
  • die Stimmung
  • das Energieniveau
  • die Temperatur
  • das Gefühl für die Lage des eigenen Körpers
  • den Hunger und die seit der letzten Mahlzeit vergangene Zeit

Diese Facetten tragen nach seiner Auffassung zu dem bei, wie es sich anfühlt, eine bestimmte Person zu sein. Viele Menschen würden dagegen annehmen, dass ein schneller Wechsel zwischen den Inhalten stattfindet und immer nur eine Sache bewusst ist. Godfrey-Smith hält das für eine Illusion, die nicht seiner Erfahrung entspricht.

Er vermutet außerdem, dass zahlreiche Dinge kleine Beiträge zum Erfahrungsprofil leisten. Ein Beispiel ist ein Text, der geschrieben wird, während die Aufmerksamkeit bei einem Gespräch liegt. Manche würden solche Vorgänge als vollständig außerhalb des Bewusstseins einordnen. Godfrey-Smith hält es für wahrscheinlicher, dass sie einen geringen Beitrag leisten. Er räumt ein, dass dies empirisch schwer zu prüfen ist.

Die Frage nach der Einheit

Jaimungal stellte die Frage, wie viele Einheiten eine bewusste Erfahrung umfasst. Ein Farbeindruck, etwa ein braunschwarzer Wasserkessel, könne als eine Einheit gelten. Auch ein Satz oder eine Mischung aus Sinnen ließe sich zusammenfassen. Godfrey-Smith hält die Mehrsinnigkeit für ein hinreichendes Kriterium dafür, dass es sich nicht um eine einzige Einheit handelt. Sein Erfahrungsprofil umfasse mehrere Modalitäten, etwa Sehen, Hören und Körpergefühl.

Forscher in der Bewusstseinswissenschaft sprechen vom visuellen „Gist“ einer Szene. Die gesamte Szene kann danach als eine Komponente wirken. Godfrey-Smith hält dies für möglich, wenn nur das Sehen betrachtet wird. Bei vielen Modalitäten gleichzeitig sei eine Beschreibung als einzelne Einheit jedoch nicht mehr möglich.

Bei Oktopussen bleibt nach Godfrey-Smith offen, ob es mehrere Subjekte und einen Geist gibt oder umgekehrt. Er vermutet ein zentrales Subjekt des Oktopus, das das Tier als Ganzes steuert. Die Arme könnten zeitweise eine eigene Dynamik entwickeln. Er hält es für möglich, dass die Sprache künftig Begriffe für solche Zwischenstufen entwickeln wird.

Künstliche Systeme und die Simulationshypothese

Bewusstsein künstlicher Systeme

Godfrey-Smith hält es nicht für gut begründet, dass heutige Computersysteme bewusst sind. Er hält diese Annahme für wenig wahrscheinlich, sowohl wegen der Art ihrer Verarbeitung als auch wegen der Hardware. Nach seiner Vermutung gibt es eine Hardware-Restriktion für Bewusstsein. Er hält es für möglich, dass Bewusstsein an bestimmte physische Eigenschaften gebunden ist.

Zur KI-Entwicklung äußerte er, dass er sich lange wenig damit befasst habe. Große Sprachmodelle hätten jedoch die Lehre an seiner Universität stark verändert. Er betont, dass er als traditioneller Hochschullehrer Essays als Prüfungsform schätzt und das Verhältnis zu diesen Modellen für ihn belastend ist. Er halte es nun für notwendig, sich intensiver mit ihnen zu befassen. Er sei aber noch nicht in der Lage, die Frage zu beantworten, ob die Ausbildung eines globalen Arbeitsraums überraschend ist. Dies betreffe insbesondere die Frage, ob Sprachmodelle menschliche kognitive Strukturen abbilden, da sie auf menschlicher Sprache trainiert werden.

Die Simulationshypothese

Godfrey-Smith hält die Simulationshypothese nicht für ernsthaft begründet. Sie besagt, dass Menschen Artefakte in einer computergestützten Simulation sind. Er betrachtet die Wahrscheinlichkeit, die manche Menschen dieser Hypothese zuschreiben, als zu hoch.

Er setzt sich mit einem probabilistischen Argument auseinander, das Nick Bostrom und David Chalmers vertreten haben. Nach dieser Argumentation würden künftige Gesellschaften, wenn sie es könnten, zahlreiche simulierte Akteure erschaffen. Dann wäre die Zahl simulierter Geister größer als die Zahl biologischer Geister. Godfrey-Smith hält die Prämisse für zu weitgehend. Er hält es für überraschend, dass viele Menschen dieser Prämisse zustimmen.

Chalmers hält laut Godfrey-Smith in seinem Buch Reality Plus eine Wahrscheinlichkeit von etwa 25 Prozent für möglich, dass wir in einer Simulation leben. Godfrey-Smith hält auch diesen Wert für zu hoch. Er führt mehrere Gründe an:

  1. Technische Schwierigkeit: Virtuelle Realität ist visuell beeindruckend. Alltägliche Erfahrungen wie heiße Duschen, Stürze, Überessen oder Wellen beim Schwimmen sind jedoch körperlich vielfältig. Sie wären nach seiner Einschätzung deutlich schwerer zu simulieren.
  2. Motivation: Je schwieriger die Simulation realistischer Erfahrungen ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass künftige Gesellschaften Milliarden solcher Systeme erschaffen.
  3. Hardware-Restriktion: Wenn Bewusstsein an biologische Hardware gebunden ist, wird eine reine Softwaresimulation unwahrscheinlicher.

Godfrey-Smith unterscheidet dabei zwei Szenarien. Ein Szenario mit biologischen Gehirnen in einer Matrix, bei der Zellen und Chemikalien vorhanden sind und nur ungewöhnliche Eingaben empfangen, ist nach seiner Einschätzung sehr viel aufwendiger als eine reine Softwarelösung mit Rechnern und Solaranlagen.

Rhythmen und Bewusstsein

Die zentrale These

Godfrey-Smith entwickelt eine Hypothese, nach der Bewusstsein auf zwei Seiten der Gehirnaktivität beruht:

  • Vernetzte Punkt-zu-Punkt-Interaktion: Eine Zelle feuert und bringt die nächste zum Feuern.
  • Großräumige rhythmische Dynamik: elektrische Schwingungen, wie sie etwa im EEG erfasst werden.

Beide Seiten stehen nach seiner Auffassung in enger Verbindung, sind aber nicht identisch. Die Schwingungen seien nicht einfach ein Nebenprodukt. Viele Forscher hätten sie früher als bloßes Hintergrundrauschen betrachtet. Godfrey-Smith hält es inzwischen für wahrscheinlicher, dass diese Muster eine vereinheitlichende oder organisierende Rolle spielen.

Befunde

Godfrey-Smith nennt mehrere Zusammenhänge zwischen rhythmischer Aktivität und Bewusstseinszuständen:

  • Charakteristische Muster treten im Schlaf und im Wachzustand auf.
  • Unter Narkose zeigen sich andere Muster.
  • Bei fokussierter visueller Aufmerksamkeit mit offenen Augen unterscheiden sich die Muster von einem unaufmerksamen Wachzustand mit geschlossenen Augen.

Diese Zusammenhänge bestehen nach seiner Darstellung nicht nur beim Menschen. Die Arbeitsgruppe von Bruno van Swinderen an der Universität in Queensland untersucht Fruchtfliegen (Drosophila). Ihr Nervensystem umfasst einige hunderttausend Neuronen. Die Fliegen zeigen Schlaf, einschließlich aktivem Schlaf, und Aufmerksamkeit. Bei der Ausrichtung ihrer Aufmerksamkeit auf eines von mehreren Objekten im Sichtfeld zeigt sich ein Zusammenhang mit einem großräumigen rhythmischen Muster. Es handelt sich um einen Beta-Rhythmus von etwa 20 Zyklen pro Sekunde. Das Muster ähnelt dem beim Menschen, ist aber nicht identisch.

Godfrey-Smith sieht darin ein Argument für eine funktionale Rolle. Der gemeinsame Vorfahr von Mensch und Fliege liegt weit zurück. Eine ähnliche Ressource werde bei beiden Linien in ähnlicher Weise genutzt. Van Swinderen und seine Mitarbeiter schreiben in einer ihrer Arbeiten, dass dies nicht wie ein Zufall aussehe. Godfrey-Smith hält diese Argumentation für stark, aber nicht überstrapazierbar.

Die Rolle der Rhythmen

Nach Godfrey-Smith kann Synchronisation eine zentrale Funktion haben. Die Schwingungen helfen, Ereignisse innerhalb des Gehirns zeitlich aufeinander abzustimmen. Ohne sie wäre die Synchronisation nur schwer zu erreichen. Falls Synchronisation für Bewusstsein wesentlich ist, würden die Schwingungen eine Voraussetzung darstellen, ohne selbst Bewusstsein zu sein.

Rechner besitzen nach Godfrey-Smith die vernetzte Seite, zumindest wenn man neuronale Netze als echte Netze versteht. Ihnen fehlt aber die zweite Seite. Jaimungal fasste dies so zusammen, dass Teile der Gehirnaktivität bisher als Rauschen galten, das nicht zum Bewusstsein gehört. Godfrey-Smith stimmt dieser Zusammenfassung zu, betont aber, dass er nicht einfach einen Zusatz zum funktionalen Modell des Bewusstseins vertritt. Er hält die physische Dimension für wichtig.

Künstliche Neuronen und Gehirnnachbildung

Gedankenexperiment

Jaimungal schlug ein Gedankenexperiment vor: Ein einzelnes Neuron wird durch einen Siliziumchip ersetzt, der sich funktional gleich verhält. Godfrey-Smith hält das Experiment für den Punkt, an dem er aussteigt. Ein Neuron besitzt Membranen, Ionenströme und chemische Empfindlichkeiten. Diese Eigenschaften beeinflussen seine Erregbarkeit und seine Rolle bei Botenstoffen wie Stickstoffmonoxid. Ein künstliches Bauteil ohne diese Merkmale könne ähnliche Eigenschaften im Netzwerk zeigen, aber nicht exakt dieselben.

Ein einzelner künstlicher Neuron hätte nach seiner Einschätzung nur einen sehr geringen Effekt. Bei tausenden, hunderttausenden oder Millionen Austauschen würde sich das System jedoch verändern. Es würde anders denken und anders sprechen. Die Vorstellung einer verhaltensgleichen Ersetzung hält Godfrey-Smith für eine Fantasie. Er erwartet, dass die Veränderung bemerkbar würde. Er würde sich vermutlich seltsam fühlen, wenn die Synchronisation durch die Schwingungen beeinträchtigt wäre.

Hochladen des Geistes

Jaimungal fragte, ob sich daraus ein Mind Uploading ableiten lässt. Godfrey-Smith hält diese Vorstellung nicht für realistisch. Wenn das Gehirn als biologisches Gewebe kopiert würde, entstünde eine Kopie, die sich schnell auseinanderentwickelt. Biologische Systeme sind nach seiner Darstellung verrauscht. Das Ergebnis wäre eine eigenständige Entität mit eigenen Abweichungen.

Er hält es jedoch für möglich, dass künftige Hardware entsteht, die weder einem gewöhnlichen Computer noch einem lebenden Gehirn gleicht, aber die für Nervensysteme relevanten Eigenschaften kombiniert. Dies sei eine offene Frage. Er habe dazu keine fundierten Vorstellungen.

Funktionale Nebenwirkungen

Jaimungal verwies auf Beispiele wie „Junk DNA“ und das Mikrobiom, die lange als unbedeutend galten und heute als wichtig gelten. Godfrey-Smith stimmt zu, dass dies ein gutes Beispiel ist. Er wendet sich gegen die Vorstellung, dass Organe nur eine einzige Funktion besitzen. Ein Herz etwa sei mehr als eine Pumpe. Es enthält Fibroblasten, Immunkomponenten, extrazelluläre Matrix und Makrophagen. Ein Herzschrittmacher könne die Pumpfunktion übernehmen, aber nicht die gesamte Rolle des Herzens ersetzen. Ob sich das in der Lebensdauer zeigt, hält er für keine geeignete Prüfung.

Tintenfische: Sepien, Kalmare und Riesenkalmare

Unterschiede zwischen den Gruppen

Die komplexen Kopffüßer bilden drei Gruppen: Oktopusse, Sepien und Kalmare. Sepien und Kalmare sind enger verwandt als jede dieser beiden Gruppen mit Oktopussen. Die Aufspaltung liegt nach Godfrey-Smith weit zurück, deutlich mehr als 100 Millionen Jahre.

Sepien zeigen nach seinen Angaben hohe Verhaltenskomplexität. Die Arbeiten von Alexandra Schnell, einer australischen Forscherin, beschreiben einen Test, der dem Marshmallow-Test ähnelt. Dabei wird zwischen einer geringwertigen, sofort verfügbaren Option und einer höherwertigen, nach einer Wartezeit verfügbaren Option gewählt. Die Sepien verzichteten auf das sofort verfügbare, niedrigerwertige Futter, wenn sie auf das höherwertige warten konnten. Sie bestanden den Test besser, als viele andere Tiere und als Godfrey-Smith erwartet hatte.

Die Gehirne der Sepien sind nach seinen Angaben etwa so groß wie die von Oktopussen. Sepien zeigen weniger dramatische Verhaltensweisen. Die australische Riesensepie ist jedoch neugierig und zeigt Interesse an Menschen.

Riesenkalmare

Godfrey-Smith erklärte, dass Riesenkalmare schwer zu untersuchen sind. Jaimungal berichtete von der Forscherin Edie Widder, die vor etwa 13 Jahren den Einsatz eines Leuchtsystems namens E-Jelly entwickelte. Bei Tiefseetauchgängen fanden Forscher keine Riesenkalmare. Berechnungen, die aus Funden in den Mägen von Pottwalen abgeleitet wurden, ließen jedoch eine größere Population erwarten. Widder vermutete, dass Licht die Kalmare fernhält. Mit dem Leuchtsystem, das einer bestimmten Qualle ähnelt, wurde nach Angaben innerhalb von 30 Sekunden bis einer Minute ein Riesenkalmar angelockt. Es war der erste lebend gefangene Riesenkalmar aus der Tiefsee.

Forschungsschwerpunkte

Godfrey-Smith beschreibt die Frage nach dem Wesen des Geistes als zentrales Problem seiner Arbeit. Er verfolgt einen Ansatz, der Geist über seine Komponenten erschließt. Dazu gehören Selbstheit und Informationsverarbeitung. Erklärung entsteht aus dem Verständnis dieser Aspekte. Er bezeichnet dies als Analogie zum Leben. Er arbeitet an einer genaueren Ausarbeitung dieses Ansatzes.

Er verwendet für seine eigene Position den Begriff „neural dynamics of subjectivity“ (neurale Dynamik der Subjektivität). Der Begriff betont die Bedeutung des Neuralen, der Dynamik und der Selbstheit. Er betrachtet Subjektivität als eng mit Selbstheit, Blickpunkt und Perspektive verbunden.

Zum Bewusstseinsproblem äußerte sich Godfrey-Smith wie folgt. David Chalmers und Thomas Nagel hätten den Druck auf materialistische Erklärungen erhöht. Godfrey-Smith teile diesen Druck, lehne aber dualistische und panpsychistische Antworten ab, da er sie nicht für belegt hält. Er verweist auf den Begriff der Erklärungslücke (explanatory gap), den Joe Levine geprägt hat. Diese Lücke bestehe zwischen dem Physischen und dem Erfahrbaren.

Derzeit beschäftigt sich Godfrey-Smith mit Schmerz und schmerzähnlichen Erfahrungen bei verschiedenen Tieren, insbesondere bei Insekten. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Arbeiten erschienen, die einen Schmerz bei Insekten wahrscheinlicher machen als früher. Dies verändere die ethische Bewertung. Er betont, dass er dies als Entwicklung der Forschung verstehe.

Oktopusse als außerirdisch wirkende Intelligenz

Godfrey-Smith beschreibt Oktopusse als evolutionär weit entfernte, aber intelligente und wahrscheinlich bewusste Tiere, sodass Kontakt mit ihnen einem Kontakt über eine große evolutionäre Kluft gleicht.

  • Peter Godfrey-Smith ist Professor an der University of Sydney und Autor von 'Other Minds'
  • Gemeinsamer Vorfahre von Mensch und Oktopus lebte vor etwa 570 bis 600 Millionen Jahren
  • Oktopusse, Tintenfische und Kalmare gehören zu den komplexen Kopffüßern

Was ist ein Geist?

Geist ist ein breiter Begriff mit zwei Teilen: Intelligenz und Erfahrung. Diese können unabhängig voneinander auftreten. Geist verbindet Selbstheit mit Informationsverarbeitung.

  • Geist umfasst Intelligenzmerkmale und Erlebnismerkmale, die teilweise getrennt sind
  • Selbstheit bedeutet, ein abgegrenztes, sich selbst erhaltendes Wesen zu sein
  • Bakterien besitzen Selbstheit, aber nicht genug Informationsverarbeitung, daher keinen Geist
  • Computer besitzen keine Selbstheit; Pflanzen haben geringe Ausprägungen beider Seiten
  • Susan Schneider vertritt die Ansicht, Geist sei wesentlich an Bewusstsein gebunden

Begriffe, Gradualität und Leben als Vergleich

Begriffe wie Geist sind historisch belastet. Wissenschaftliche Begriffe sollten daher stipulativ neu gefasst werden. Geist ist vermutlich graduell statt binär, ähnlich wie Leben in der Biologie.

  • Wayne Myrvold zeigte am Beispiel der Entropie, dass Begriffe mehrere Bedeutungen haben können
  • Geist ist gradualistisch: Regenwürmer haben einige Merkmale des Geistes, andere nicht
  • Die Biologie hat den Begriff Leben teilweise erklärt und teilweise entschärft
  • Viren besitzen Replikation, aber keinen eigenen Stoffwechsel, daher sind sie 'weder drin noch draußen'

Null oder minimaler Geist

Die Frage, ob alles einen Geist hat oder ob es einen Sprung von null zu minimalem Geist gibt, wird verworfen. Gradualität ist die wahrscheinlichere Zukunftsperspektive.

  • Anand Vaidya stellte die Idee eines gradualen Bewusstseins in Frage
  • Analogie zur geladenen Teilchen: Ladung null oder ungleich null
  • Godfrey-Smith hält null-Geist für viele Objekte wie Alltagsgegenstände für plausibel

Das Oktopusgehirn

Oktopusse haben ein zentrales Gehirn in Donut-Form und große Nervenstränge in den Armen, wobei etwa zwei Drittel der Neuronen außerhalb des Zentralgehirns liegen.

  • Das Gehirn des Oktopus umgibt die Speiseröhre
  • Etwa zwei Drittel der Neuronen befinden sich im peripheren Nervensystem der Arme
  • Es gibt keinen Kortex und kein Kleinhirn wie beim Menschen
  • Die Arme können teilweise autonom explorieren, auch nach Abtrennung

Mehrere Subjekte oder Erfahrungen?

Es wird diskutiert, ob ein Oktopus mehrere Subjekte oder mehrere Erfahrungen hat. Godfrey-Smith vermutet ein zentrales Subjekt mit teilweiser Autonomie der Arme, aber ohne eigene Erfahrungen.

  • Die Arme scheinen beim Erkunden autonom zu agieren
  • Godfrey-Smith hält es für möglich, aber nicht belegt, dass Arme keine eigenen Erfahrungen haben
  • Analogie: Beim Fahrradfahren laufen Teilprozesse unbewusst ab

Bewusstsein und Erfahrungsprofil

Die Unterscheidung zwischen bewusst und unbewusst wird am Beispiel der Autofahrt von David Armstrong erläutert. Godfrey-Smith schlägt ein Erfahrungsprofil vor, das aus mehreren Facetten besteht.

  • David Armstrong beschrieb die Fahrt, bei der man unbewusst navigiert
  • Stanislas Dehaene vertritt, dass das bewusste Arbeitsfeld jeweils nur eine Sache enthält
  • Godfrey-Smith nennt das Konzept 'experiential profile' mit Stimmung, Temperatur und Energie
  • Mehrere Modalitäten schließen eine Einheit aus

Claude und der globale Arbeitsraum

Anthropic fand in Claude eine Struktur ähnlich einem globalen Arbeitsraum. Godfrey-Smith hält Claude nicht für bewusst und sieht die Analogie kritisch.

  • Bernard Baars führte das Konzept des globalen Arbeitsraums ein
  • Dehaene kommentierte den Anthropic-Befund als interessant, aber nicht als Beleg für Bewusstsein
  • Godfrey-Smith hält derzeitige Computersysteme für sehr unwahrscheinlich bewusst

Simulationshypothese

Godfrey-Smith lehnt die Simulationshypothese ab, da die Simulation realistischer Körpererfahrungen sehr schwierig sei. Chalmers schätzt sie auf etwa 25 Prozent.

  • Bostrom und Chalmers vertreten ein numerisches Argument für simulierte Geister
  • Chalmers nennt in 'Reality Plus' etwa 25 Prozent Wahrscheinlichkeit
  • Körperliche Erfahrungen wie heiße Duschen oder Skateboardstürze sind schwer zu simulieren
  • Hardware-Beschränkungen könnten biologisches Bewusstsein nötig machen

Rhythmen im Gehirn und Bewusstsein

Godfrey-Smith vermutet, dass neben vernetzten Neuronenaktivitäten großskalige rhythmische Schwingungen eine organisierende Rolle für Bewusstsein spielen. Computer fehlt vermutlich diese Dimension.

  • Schwingungen unterscheiden sich zwischen Schlaf und Wachheit sowie bei Anästhesie
  • Bei Fruchtfliegen wurde eine Beta-Rhythmus-Schwingung mit Aufmerksamkeit in Verbindung gebracht
  • Forschung in Queensland durch Bruno van Swinderen mit Drosophila
  • Synchronisation neuronaler Prozesse könnte auf Schwingungen angewiesen sein

Künstliches Bewusstsein und Biologie

Künstliches Bewusstsein erfordert vermutlich biologische Details. Ein Austausch einzelner Neuronen durch Silizium wird als unplausibel eingeschätzt, da Ionenflüsse und Membranen fehlen.

  • Neuromodulatorische Chemikalien könnten für Bewusstsein wichtig sein
  • Ein Austausch von Neuronen durch Silizium wäre nach Godfrey-Smith nicht exakt gleichwertig
  • Hochladen des Geistes wird als unrealistisch eingeschätzt, da biologisches Rauschen Abweichungen erzeugt
  • Herz und Junk-DNA gelten als Beispiele für scheinbar Nebensächliches, das wichtig ist

Theorie des Bewusstseins und Ausblick

Godfrey-Smith beschreibt seine eigene Theorie als 'neural dynamics of subjectivity', die neuronale Vernetzung und großskalige Dynamik verbindet. Zudem werden Kopffüßer wie Tintenfisch und Riesenkalmar beschrieben.

  • Der Begriff 'neural dynamics of subjectivity' wurde von Godfrey-Smith geprägt
  • Tintenfische schnitten im Marshmallow-Test besser ab als erwartet (Alexandra Schnell)
  • Der Riesenkalmar wurde erstmals mit der E-Jelly-Methode von Edie Widder lebend gefangen
  • Insektenschmerz wird derzeit intensiv erforscht